Bevor wir den Weg nach Irkutsk in Angriff nehmen konnten,
galt es einige Vorbereitungen zu treffen. Zuerst stand der Kauf eines neuen
Kuehlschranks fuer Landy Urs auf dem Programm, da der alte gerade bei der
Uebergabe den Geist aufgegeben hatte. Da eine Reise ins Gruene ohne Grillgut
und kuehles Bier nur halb soviel Spass macht, suchten wir den lokalen Media
Markt in Krasnoyarsk auf und verliessen diesen wenig spaeter mit einem
brandneuen Kuehlschrank.
Anschliessend kauften wir in einem Supermarkt allen
moeglichen Proviant fuer unterwegs ein. Die Auswahl war vielfaeltig, neben
russischen gab es auch diverse europaeische Produkte zu kaufen. Unser Favorit:
eine Butter namens "Danke Anke". Mit Abstand am beeindruckendsten war
aber die Auswahl an verschiedenen Vodkas (das sind wirklich alles
Vodka-Flaschen im Regal...):
Nach den erfolgreichen Einkaeufen wagten wir uns also auf
die Strasse nach Irkutsk. Die Eindruecke der ersten Tage waren vielfaeltig, in
Erinnerung bleiben insbesondere:
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Die Landschaft: Links und rechts der Strasse sahen wir
Wald, Wald und nochmals Wald. Zwischendurch allerdings wurde der Blick frei auf
schoene Blumenwiesen oder goldene Getreidefelder, um dann aber bald wieder den
Baeumen Platz zu machen. Menschliche Siedlungen waren rar, und wenn dann
handelte es sich meist um kleine Doerfer mit einer Vielzahl von Holzhaeuschen.
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Der Verkehr: Wenn auch nicht so chaotisch wie beispielsweise
in Indien, verlangt der Verkehr vollste Konzentration. Ueberholt wird links und
rechts, die Verkehrsteilnehmer sind unterschiedlich schnell und nicht selten
kommt man an einer Unfallstelle vorbei, wo zwei oder mehrere Autos ineinander
gefahren sind. Wir sind gluecklicherweise ohne brenzlige Situationen
durchgekommen.
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Die Sprache: Obwohl nicht anders erwartet, ist es eine
grosse Ausnahme, wenn jemand englisch oder deutsch spricht. Wir haben versucht,
uns ein paar Woerter des Alltags zu merken - sonst geht es halt meist mit
Zeigen oder dem Hervorkramen des Phrasenbuchs. Mit der Zeit ergibt sich auch
eine gewisse Routine: So sorgt Sabine mittlerweile mit einer Mischung aus
russischem Gruss, Zeigen auf die Zapfsaeule und Niederschreiben der gewuenschten
Benzinmenge gekonnt dafuer, dass wir mit der richtigen Sorte und einer
ausreichenden Menge von Benzin unterwegs sind (den Teams vor uns sei fuer die
guten Tipps gedankt).
Das Wetter der ersten Tage war wechselhaft, Sonnenstunden
wechselten sich mit teilweise starken Niederschlaegn ab. Auf der Strasse kamen
wir gut voran, auch wenn die teilweise sehr grossen Schlagloecher sowie
einzelne nicht asphaltierte Abschnitte teilweise nur langsames Fahren
zuliessen.
Eine weitere Eigenschaft der Strecke nach Irkutsk bestand
darin, dass es fast nicht moeglich war, die Strasse quer durch den sibirischen
Wald zu verlassen. Zwar zweigten ab und zu Spuren ab, aufgrund des heftigen
Regens die Tage zuvor waren diese aber jeweils sehr schlammig. Zwar meisterte
Urs saemtliche Matschstellen ohne Murren, aber das Finden einer geeigneten
Campingstelle gestaltete sich schwierig.
Am ersten Abend fanden wir schliesslich auf einer
abgelegenen Wiese einen Platz zum Uebernachten. Die Vielzahl von Stechmuecken
und die fortgeschrittene Zeit bewogen uns allerdings dazu, nur etwas Kleines im
Auto zu essen und bald schlafen zu gehen. Besser lief es am Tag danach, als wir
am Rande eines Flusses einen geeigneten Rastplatz fanden und den Abend bei
russischem Bier und Grill genossen.
Nach ueber 1000 Kilometern erreichten wir schliesslich
Irkutsk. Die Stadt machte uns einen angenehmen Eindruck, die schoenen Gebaeude
der Altstadt sowie die Passagen entlang des Flusses Angara gefielen uns gut.
Wir liessen den Tag mit etwas Sightseeing sowie einem netten Essen in der
"Design Bar" ausklingen.
Im naechsten Blogeintrag: Baikalsee und Insel Olkhon
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