Wir sind froh, wieder mal im Hotel zu sein, denn nach 2 Naechten im Zelt waren wir um die Dusche doch froh. Aber von Anfang an:
Wir hatten ja bekanntlich das Ziel, von Tobolsk aus dem Fluss Irtisch zu folgen. Dies machten wir, der Verkehr wurde weniger, es gab keine Polizei mehr und die Doerfer entlang der Strasse wurden aermer und aermer bis dann auch bald der Asphalt aufhoerte. Hier stoerte es uns wenig, dass beim Landy die Blinkanlage in der Zwischenzeit vollstaendig ausgefallen war... vieleicht das Relais kaputt.
Die Natur dieses Flusses entlang begeisterte uns, wir fuhren weiter, obwohl die Strassen immer schlechter wurden. Irgendwann, nach einem halben Tag Fahrt, war endgueltig fertig. Der Landy blieb trotz 4x4 fast stecken und besorgte Strassenarbeiter rieten uns von der Weiterfahrt ab. Sie machten uns klar, dass auf der von uns geplanten Route kein Durchkommen war - auch fuer unseren URS nicht. Der Regen der letzten Tage - den wir zum Glueck nicht mitbekommen hatten - hatte die Strasse aufgeweicht und teilweise weggespuehlt. Wir drehten wohl oder uebel um, was nicht gerade lustig war. Alles zurueck, doch wir fanden einen anderen, wenn auch kleineren Fluss, dem wir folgen konnten. Wir wurden belohnt durch einen fantastischen Platz fuer unsere erste outdoor Uebernachtung in Russland. An einem kleinen Fluesschen, umgeben von Wald mit viel Abendsonne. Es war Freitag Abend und die Jugend aus dem offenbar nahegelegenen Doerfchen hatte leider dieselbe Idee... Sie kamen mit 2 Autos, Bier und Vodka und hatten - neben uns, die im Schlafsack im Dachzelt lagen - eine kleine, aber an sich sympathische Party. So viel russische Musik hatten wir seither nie mehr gehoert - zum Glueck.
Das Wetter blieb gut, am naechsten Tag gings weiter auf der Nationalstrasse Moskau - Wladiwostok, welche sich durchs Land von Westen nach Osten zieht und die Hauptverbindungsachse darstellt. Dies bedeutet nicht, dass auch auf dieser Strasse die Verhaeltnisse nicht trotzdem offroadmaessig sein koennen. Wir hatten grosses Glueck, als ein faustgrosser Stein von der Gegenfahrbahn angeschossen kam und nur knapp unsere Scheiben verfehlt hat. Abends haben wir unser Zelt dann an einem wunderschoenen Seeufer aufgeschlagen. Auch hier waren wir nicht alleine, schliesslich war es Wochenende und die Maenner gingen bis in die Nacht mit Gummibooten zum Fischen hinaus. Wir schlossen Freundschaft mit unseren Zeltnachbarn, was natuerlich mit Wodka (samt Gurke, offenbar macht man das hier so) begossen werden musste. Hier erfuhren wir, was gemeint ist, wenn es heisst, es wimmle in Russland von Muecken. Doch unser Zelt war wie ein Bunker, an welchem die Muecken sich die Zaehne ausbissen bzw den Ruessel stumpf hackten.
Weiter nach Omsk, wo wir nun sind. In der Stadt wurde uns wieder bewusst, wie wichtig doch ein funktionierender Blinker ist. Morgen werden wir versuchen, ein neues Relais zu bekommen. Etwas Sorge bereitet uns, dass der 2. Gang seltsam rattert. Mal sehen, was da auf uns zukommt, das Getriebe war - trotz umfangreicher Revision - schon immer ein Sorgenkind.
Hotels werden immer seltener. Bis bald... spaetestens aus Novosibirsk.
Karin+Stephan
Ende der Asphaltstrasse
Gegenverkehr
Ende der Strasse
Typisches Dorfbild
Russische Abfallentsorgung
1. Outdoor-Übernachtung
2. Outdoor-Übernachtung
Wodka mit Gurke
Unser Horizont
Unser Horizont 2
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