Freitag, 25. Juli 2014

Ekaterinenburg - Landy-Übergabe an Team 3

ACHTUNG - DIESER LETZTE BERICHT VON TEAM 2 WAR FÜR EINIGE ZEIT IN DER UNENDLICHEN GALAXY DES WWW VERSCHWUNDEN UND DESHALB JETZT HIER IM MOMENT NICHT IN DER RICHTIGEN ZEITLICHEN ABFOLGE DARGESTELLT.


Wir, das Team 2, sind zwar schon wieder eineinhalb Zugsnächte und einen Zugstag von Ekaterinenburg entfernt, möchten Euch aber noch von unserem Reiseziel und der Landyübergabe berichten.

Auf der Fahrt von Perm nach Ekaterinenburg hat uns die russische Strassenpolizei beehrt. Gleich an 8 Kontrollen sind wir vorbeigefahren, die übrigens von den entgegenkommenden Fahrzeugen mit Lichthupen angekündigt werden. Bei der ersten hat uns eine blonde Polizistin am Handy mit ihrem Stöckchen herausgewunken. Weil unser Bremsweg zugegebenermassen etwas lang war (ca. 100 Meter), mussten wir etwas warten, sie aber blieb weiter am Handy und an Ort und Stelle. So sind wir nach kurzer Zeit unverrichteter Dinge weitergefahren. Die zweite Kontrolle hat uns ebenfalls herausgewunken. Wir haben angehalten, den Motor abgestellt und den Warnblinker eingeschaltet. Als der Polizist auf unserer Höhe war, hat er uns zu verstehen gegeben, dass wir weiterfahren sollen. Die dritte Kontrolle haben wir – trotz Blickkontakt – ignoriert. Bei den anderen Kontrollen haben wir es noch bunter getrieben: Auf Höhe der Polizisten hat Fredy, um Blickkontakt zu vermeiden, dem Vorwagen aus Nummernschild geschaut und Claudia das GPS studiert. Hat geklappt.

Ekaterinenburg hat uns mit kaltem und nassem Wetter empfangen. Das waren wir uns nicht mehr gewohnt: Wir mussten sogar Jacken anziehen. Nun ja, für eine Stadtbesichtigung hat es trotzdem gereicht. Die Stadt besticht durch einen Mix aus alt und neu. Es gibt Stahl-Glas-Hochhäuser gleich neben den typischen Holzhäuschen, ferner schöne Parks, Kirchen und repräsentative öffentliche Bauten. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist aber die Auf-dem-Blut-Kathdrale, gemäss vielen Reiseführern ein historisches Monument. Ja, es ist wie immer: Diese „historische“ Kirche ist ca. 10 Jahre alt! An der Stelle dieser Gedenkkirche stand früher eine Villa, in welcher die gesamte letzte Zarenfamilie, die Romanovs, am 16. Juli 1919 erschossen wurde. Auf Geheiss des Sowjetrats in Moskau liess Boris Jelzin diese Villa in den 1970er Jahren abreissen. Und weil die Romanovs in den letzten 300 Jahren die Zaren gestellt hat, welche die Zeichen der Zeit „nie“ verkannt haben, werden sie heute sogar verehrt. Für Schweizer eher etwas unverständlich. Was soll’s. Für uns auch erstaunlich ist die um sich greifende Religiosität: Hier werden die Hände der Pfarrer während eines kleinen Knicks noch geküsst, man verneigt und bekreuzigt sich beim Betreten einer Kirche, Frauen müssen Kopftücher tragen.

Gruppe 2 wäre nicht Gruppe 2 hätten wir nicht auch in Ekaterinenburg ein Bahnmuseum besucht. Es steht unserer Ansicht nach unter dem Motto: klein, aber fein. Im wirklich säuberlich herausgeputzten historischen Bahnhof von Ekaterinenburg sind Modelle, viele technische Exponate, zahllose historische Bilder und sogar ein Führerstand einer Elektrolok zu besichtigen.

Unserem Landy haben wir in Ekaterinenburg ein kleines Wohlfühlprogramm gegönnt: Im 2. UG des auffälligsten, aber schönen Hochhauses „Visozki“ (oder so ähnlich) wurde er so richtig eingeschäumt und innen und aussen geputzt. Nach dieser Prozedur sind wir erschrocken: so neu ist uns „Urs“ noch nie vorgekommen und bereit für die Übergabe an Team 3.

Das Team 3 haben wir am Flughafen von Ekaterinenburg abgeholt, er liegt rund 13 km ausserhalb der Stadt. Karin und Stephan waren sehr froh, uns zu sehen. Sie hatten gedacht, wir seien verschleppt, eingekerkert und der Landy konfisziert – weil es keinen Telefonkontakt zwischen uns mehr gab. Nun, Orange mag offenbar Russland nicht so und Hablü hat ihrem Handy einen längeren Aufenthalt im Hotel Expedition in Perm gegönnt. Das Hotelteam hat eine bemerkenswerte Leistung vollbracht: Nachdem Hablü bemerkt hat, dass ihr Handy fehlt, hat sie aus Ekaterinenburg dem Hotel angerufen (Entfernung: 380 km). Über Freunde und deren Freunde wurde uns das Handy nach 3 Tagen nach Ekaterinenburg gebracht.

Zum Schluss noch ein paar Worte zur Landy-Übergabe: Diese erfolgte am offiziellen Schnittpunkt zwischen einer Strasse und dem geographischen Übergang von Europa zu Asien. Etwas Symbolträchtigeres ist uns nicht eingefallen. So hat das Team 2 den Endpunkt Europas erreicht und Team 3 beginnt in Asien. Wir hatten sogar Gelegenheit, mit fahrerfreundlichem „Rimuss“ anzustossen, welches wir in einem Ekaterinenburger Feinkostladen gefunden hatten.


So denn: Wir danken den 2 Stephans, dass wir an dieser Tour mitmachen durften. Das Wetter war allermeistens sehr gut, wir hatten keine Pannen und grösseren Probleme – Nun wünschen wir den nachfolgenden Teams alles Gute, ebenfalls viele, schöne Erlebnisse und allseits gute Fahrt! Wir freuen uns nun auf die Heimreise im Zug von Ekaterinenburg über Moskau, Berlin, Hannover bis nach Zürich und hoffen, alle wieder gesund und munter anzutreffen.
 Alter Bahnhof von Ekaterinenburg


Auf-dem-Blut-Kathedrale


Das schönste Haus von Ekaterinenburg - der Gouverneurspalast


Die Romanovs - eine Familientragödie


Ein letztes gemeinsames Bild vor dem Hotel


Eine Metrolinie hat Ekaterinenburg auch


Eingang des Bahnmuseums


Frisch herausgeputzt vor dem Flughafen


Kalt, Stürmisch und Nass


Logbuchübergabe am Denkmal Europa-Asien


Skyline am Stadtteich


SPA für Urs


Spannender Architakturmix


Stefan und Fredy gönnen sich am Abend einen Vodka


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