Um nicht auf der mehrspurigen Hauptstrasse direkt nach
Nizhny Novgorod fahren zu müssen, haben wir einen kleinen Umweg über Muron
eingelegt. Dä Landy hät for Froid schön gschnurrlet bi 90ig Sacha.
Schnurstracks ist Fredy zum Bahnhof gefahren. Das Bahnhofsgebäude gibt zwar
nicht viel her, dafür aber der Rangierbahnhof. Ein Bubentraum. Hier werden die
Wagen auf einen kleinen Hügel gezogen und dann alleine rollend über das grosse
Gleisfeld geschickt, wo sie mit dem ihnen zugedachten Zug zusammenstossen. Das
das nicht immer gut endet sieht man unter: www.youtube.com/watch?v=ER5Qm2WtWvc.
Ein Foto mit Landy und dem Bahnhof musste aber sein.
Nizhny Novgorod
Bisher weigert sich Hablü, im Freien zu campen. Deshalb
organisiert sie auf unserer Reise laufend Hotels. Dass das nicht immer gut
klappt, zeigen die angehängten Bilder der Bruchbuden mit teilweise ausgebrannten
Zimmern, die wir besichtigt haben (vgl. Bilder). Im Ernst: Unser Hotel in
Nizhny Novgorod nennt sich nach dem Fluss OKA und ist ein Business-Hotel mit
Premium-, De-Luxe- und Standartzimmern, mit Pianobar und Sauna, Bowling- und
Kraftraum, Executive- und Business-Lunch-Restaurants und sehr, sehr vielen
Highheels.
Die Stadt bietet auf einem Spaziergang alles, was eine
russische Metropole bieten muss: einen Kreml, viele sehr alte und sehr neue
pompöse Kirchen, alte Prunkfassaden und riesige Wohnblocks, marode Trams und
Busse und eine schön hergerichtete beziehungsweise dick bemalte Fussgängerpassage.
Das hat uns gefallen. Für Zürcher: Es gibt auch eine Art Grossmünster mit
Hafenkran und eine Rote Fabrik mit reichem, kulturellem Innenleben. Besonders
hervor tut sich die Stadt natürlich mit der Lage beim Zusammenfluss der OKA und
der Wolga. Was hat sich Fredy schon auf die Olga an der Wolga gefreut. Endlich
war sie da, zumindest die Wolga. Ein prächtiger Fluss.
Als wir dachten, endlich den Bahnhof für eine Besichtigung gefunden
zu haben, zeigte sich, dass es sich beim schönen Gebäude um einen Markt im
Sowjetstil handelte, der Bahnhof war wiederum weniger spektakulär.
Als wahres Fiasko entpuppte sich unser Versuch, den ÖV zu
benutzen und ein Eisenbahnmuseum ausserhalb der Stadt zu besuchen. Wir standen
zum ersten Mal in unserem Leben in einem Bahnhof und wussten nicht was tun.
Keine Netzpläne, keine Fahrpläne und alle Anschriften und sogar die Auskunft
waren auf Kyrillisch - МИЖТ (Mischt!). So nahmen wir eben ein Taxi zum Museum.
Doch beim angegebenen Zielbahnhof gab es gar nichts. So haben wir etwas herumgesucht
und sind wiederum bei einem Rangierbahnhof gelandet. In der sengenden Sonne
haben wir deshalb nach einer halben Stunde aufgegeben und sind wieder zum
Bahnhof zurück. Dort wollten wir – weil es nur zwei Gleise und zwei mögliche
Fahrtrichtungen gab, ein Billett lösen. Nirgends war ein Schalter zu sehen.
Plötzlich sah Fredy, wie eine junge Frau mit dem Elektrokasten plauderte und
ein älterer Mann eine Note hineinschob – wir schauten nach und fanden im Loch
in der Wand tatsächlich eine Frau. Diese gab uns prompt ein Billett, es kam
auch ein Zug und wir fuhren los. Der Zug fuhr in die falsche Richtung (haben
wir die Frau im Loch falsch verstanden?), allerdings konnten wir das gesuchte
Museum aus dem Wagenfenster bestaunen! Es handelt sich um einen
Dampflokfriedhof mit dick schwarz/weiss/rot-bemalten Loks. Nach etwas fünf
Haltestellen sind wir dann ausgestiegen, weil wir dachten, mit unserem Billett,
das offenbar für 10 Kilometer Fahrtstrecke gilt, sei die Rayongrenze etwa
erreicht. An diesem Bahnhof gab es rein gar nichts mehr, nicht einmal mehr eine
Frau hinter einer dicken Mauer. Ein freundlicher Bahnarbeiter gab uns aber zu
verstehen, dass in einer halben Stunde wieder ein Zug zurück nach Nizhny fährt
und dass wir das Billett im Zug lösen können. Dieses Mal hat die Auskunft
gestimmt. Nun, etwas hässig war Hablü an diesem Nachmittag schon . . .
Berittene Polizei
Das gesuchte Bahnmuseum
Das Münster und der Hafenkran
Echter Ostblock Konsumtempel
Fredy vor anständiger Dampflock
Fussgängerzone
Hauptbahnhof von Nizhny
Hotel Nizhny
Hotel OKA
Im Kreml von Nizhny
Rote Fabrik und kulturelles Innenleben
Russischen Bahnschalter
Städtebaulich interessante Wohnburg
Theater
Urs vor dem Bahnhofmuseum
Zimmer von Hotel 1 in Nizhny
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