Freitag, 4. Juli 2014

Nizhny Novgorod

Muron

Um nicht auf der mehrspurigen Hauptstrasse direkt nach Nizhny Novgorod fahren zu müssen, haben wir einen kleinen Umweg über Muron eingelegt. Dä Landy hät for Froid schön gschnurrlet bi 90ig Sacha. Schnurstracks ist Fredy zum Bahnhof gefahren. Das Bahnhofsgebäude gibt zwar nicht viel her, dafür aber der Rangierbahnhof. Ein Bubentraum. Hier werden die Wagen auf einen kleinen Hügel gezogen und dann alleine rollend über das grosse Gleisfeld geschickt, wo sie mit dem ihnen zugedachten Zug zusammenstossen. Das das nicht immer gut endet sieht man unter: www.youtube.com/watch?v=ER5Qm2WtWvc. Ein Foto mit Landy und dem Bahnhof musste aber sein.

 

Nizhny Novgorod

Bisher weigert sich Hablü, im Freien zu campen. Deshalb organisiert sie auf unserer Reise laufend Hotels. Dass das nicht immer gut klappt, zeigen die angehängten Bilder der Bruchbuden mit teilweise ausgebrannten Zimmern, die wir besichtigt haben (vgl. Bilder). Im Ernst: Unser Hotel in Nizhny Novgorod nennt sich nach dem Fluss OKA und ist ein Business-Hotel mit Premium-, De-Luxe- und Standartzimmern, mit Pianobar und Sauna, Bowling- und Kraftraum, Executive- und Business-Lunch-Restaurants und sehr, sehr vielen Highheels.

Die Stadt bietet auf einem Spaziergang alles, was eine russische Metropole bieten muss: einen Kreml, viele sehr alte und sehr neue pompöse Kirchen, alte Prunkfassaden und riesige Wohnblocks, marode Trams und Busse und eine schön hergerichtete beziehungsweise dick bemalte Fussgängerpassage. Das hat uns gefallen. Für Zürcher: Es gibt auch eine Art Grossmünster mit Hafenkran und eine Rote Fabrik mit reichem, kulturellem Innenleben. Besonders hervor tut sich die Stadt natürlich mit der Lage beim Zusammenfluss der OKA und der Wolga. Was hat sich Fredy schon auf die Olga an der Wolga gefreut. Endlich war sie da, zumindest die Wolga. Ein prächtiger Fluss.

 

Als wir dachten, endlich den Bahnhof für eine Besichtigung gefunden zu haben, zeigte sich, dass es sich beim schönen Gebäude um einen Markt im Sowjetstil handelte, der Bahnhof war wiederum weniger spektakulär.

Als wahres Fiasko entpuppte sich unser Versuch, den ÖV zu benutzen und ein Eisenbahnmuseum ausserhalb der Stadt zu besuchen. Wir standen zum ersten Mal in unserem Leben in einem Bahnhof und wussten nicht was tun. Keine Netzpläne, keine Fahrpläne und alle Anschriften und sogar die Auskunft waren auf Kyrillisch - МИЖТ (Mischt!). So nahmen wir eben ein Taxi zum Museum. Doch beim angegebenen Zielbahnhof gab es gar nichts. So haben wir etwas herumgesucht und sind wiederum bei einem Rangierbahnhof gelandet. In der sengenden Sonne haben wir deshalb nach einer halben Stunde aufgegeben und sind wieder zum Bahnhof zurück. Dort wollten wir – weil es nur zwei Gleise und zwei mögliche Fahrtrichtungen gab, ein Billett lösen. Nirgends war ein Schalter zu sehen. Plötzlich sah Fredy, wie eine junge Frau mit dem Elektrokasten plauderte und ein älterer Mann eine Note hineinschob – wir schauten nach und fanden im Loch in der Wand tatsächlich eine Frau. Diese gab uns prompt ein Billett, es kam auch ein Zug und wir fuhren los. Der Zug fuhr in die falsche Richtung (haben wir die Frau im Loch falsch verstanden?), allerdings konnten wir das gesuchte Museum aus dem Wagenfenster bestaunen! Es handelt sich um einen Dampflokfriedhof mit dick schwarz/weiss/rot-bemalten Loks. Nach etwas fünf Haltestellen sind wir dann ausgestiegen, weil wir dachten, mit unserem Billett, das offenbar für 10 Kilometer Fahrtstrecke gilt, sei die Rayongrenze etwa erreicht. An diesem Bahnhof gab es rein gar nichts mehr, nicht einmal mehr eine Frau hinter einer dicken Mauer. Ein freundlicher Bahnarbeiter gab uns aber zu verstehen, dass in einer halben Stunde wieder ein Zug zurück nach Nizhny fährt und dass wir das Billett im Zug lösen können. Dieses Mal hat die Auskunft gestimmt. Nun, etwas hässig war Hablü an diesem Nachmittag schon . . .

 
Berittene Polizei
 

Das gesuchte Bahnmuseum
 

Das Münster und der Hafenkran
 

Echter Ostblock Konsumtempel
 
 

Fredy vor anständiger Dampflock
 

Fussgängerzone
 

Hauptbahnhof von Nizhny
 

Hotel Nizhny
 

Hotel OKA
 

 Im Kreml von Nizhny


Rote Fabrik und kulturelles Innenleben
 

Russischen Bahnschalter
 

Städtebaulich interessante Wohnburg
 

Theater
 

Urs vor dem Bahnhofmuseum
 

Zimmer von Hotel 1 in Nizhny
 


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