Freitag, 25. Juli 2014

3. Etappe, 3. Bericht: Unwetter und Pannen und Badeferien

Novosibirsk, hier sind wir nun. Ein grosser Teil ist geschafft!

In Omsk wollten wir ja noch Blinker und das Getriebe reparieren bzw checken lassen. Wir hatten mit Hilfe der netten Receptionistin nach vielen Fehlversuchen einen Termin in einer Garage bekommen. Karin fand im Internet in irgendwelchen Selbsthilfe-Foren für Autobastler mögliche Fehlerquellen heraus. Etwas rütteln und drücken am richtigen Ort am nächsten Morgen... Und der Blinker funzte wieder. Auch der 2. Gang machte keine schlimmen Geräusche mehr... Urs brauchte wohl auch einfach mal eine Pause. Voller Freude gings weiter.

Wir hatten vor, zu den grossen Seen südlich der Strecke zu gelangen. Es wurde extrem heiss und die Strassen waren schlecht. Gerne hätten wir uns mit einem Bad abgekühlt, aber das blieb uns wegen dem Sumpfgebiet und hohen Schilf leider verwehrt. Auch Urs wurde es zeitweise zu heiss. Innert kurzer Zeit türmten sich um uns herum gewaltige Gewitterwolken. Anfänglich ein tolles Spektakel mit Blitz, Hagel und Sturm. Dies hatte zur Folge, dass die Lehmstrasse zu einer Rutschbahn wurde und unsere Übernachtung aus Angst vor Blitz und Sturm zuerst im Auto stattfand. Erst später trauten wir uns ins Zelt hoch. Lastwagenfahrer-Motels stellten ansonsten die einzige Möglichkeit für eine Übernachtung dar... Doch unser Zelt bot da weit mehr Komfort!!! Wir hatten eine erlebnisreiche Nacht hinter uns und freuten uns auf ein gutes Hotel, etwas Schlaf und Sorglosigkeit in Novosibirsk.

Wir erreichten die drittgrösste Stadt von Russland (nach Moskau und St. Petersburg) bei 39 Grad und fanden dank Karins excellenter Reisevorbereitung auf Anhieb ein tolles Hotel gegenüber dem grössten Bahnhof von Russland, und das im 23igsten Stockwerk.

Von hier aus planten wir an einen Stausee (riesig) zu fahren... Dort wollten wir campen und ENDLICH baden. Auf der Fahrt aus Novosibirsk raus verlor Urs an Bremskraft!!!

Sofort war klar: ein Leck im Bremskreislauf. Weiterfahrt unmöglich. Wir sprachen den ersten Fussgänger an. Wir sprachen nicht dieselbe Sprache und dennoch schienen wir uns zu verstehen. "Ilya" organisierte uns einen Abschleppwagen, eine Garage, wo Urs zwischen hundertausendfränkigen Porsches und Bentleys mit viel russischem Mut und unserer Zuversicht wieder geflickt werden konnte. Das defekte Teil konnte in ganz Russland nicht organisiert werden, mindestens 3 Wochen Lieferfrist, also bastelten sie selber was, von 14.00 bis 21.00 Uhr! Ohne die Hilfe von Ilya, der uns am Abend nach seiner Arbeit nochmals in der Garage besuchen kam und mit uns einen Spatziergang zum Fluss auf den Rummelplatz gemacht hatte, wären wir ganz schön aufgeschmissen gewesen, wir verdanken ihm viel... Er verliess uns mit einem Schweizer Sackmesser (Geld wies er mit seinem sibierischen Stolz zurück, bis auf eine Einfrankenmünze als Glücksbringer nach alter Tradition im Austausch mit 2 Rubel von ihm) und der Adresse dieser Internet-Page. Ihm gebührt ein Ehrenplatz.

Wir kehrten zurück in dasselbe Hotel, welches wir am Morgen zu unserem Badeausflug verlassen hatten und haben uns beide ein grosses Biva (Bier) verdient :-)

Nachdem uns Mischa, unser "Backup-Mechaniker" aus der Schweiz bestätigt hat, dass das funktionieren KANN, geben wir nicht auf und werden den Badetag einziehen!

Bis bald, hoffentlich das nächste Mal ganz erholt vom Strand ;-)
Karin&Stephan



Gewitteraufzug
 

Mitten im Gewitter
 

Licht am Ende des Tunnels-Sturms
 

Bahnhof von Novosibirsk (für Fredy)
 

Novosibirsk von oben
 

Ilya unser Retter
 

Urs wird mal wieder aufgeladen
 

Urs geflickt und frisch geputzt!!
 

Disneyland von Novosibirsk
 
 

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