Novosibirsk, hier
sind wir nun. Ein grosser Teil ist geschafft!
In Omsk wollten wir ja noch Blinker und das Getriebe reparieren bzw checken
lassen. Wir hatten mit Hilfe der netten Receptionistin nach vielen
Fehlversuchen einen Termin in einer Garage bekommen. Karin fand im Internet in
irgendwelchen Selbsthilfe-Foren für Autobastler mögliche Fehlerquellen heraus.
Etwas rütteln und drücken am richtigen Ort am nächsten Morgen... Und der
Blinker funzte wieder. Auch der 2. Gang machte keine schlimmen Geräusche
mehr... Urs brauchte wohl auch einfach mal eine Pause. Voller Freude gings
weiter.
Wir hatten vor, zu den grossen Seen südlich der Strecke zu gelangen. Es wurde
extrem heiss und die Strassen waren schlecht. Gerne hätten wir uns mit einem
Bad abgekühlt, aber das blieb uns wegen dem Sumpfgebiet und hohen Schilf leider
verwehrt. Auch Urs wurde es zeitweise zu heiss. Innert kurzer Zeit türmten sich
um uns herum gewaltige Gewitterwolken. Anfänglich ein tolles Spektakel mit
Blitz, Hagel und Sturm. Dies hatte zur Folge, dass die Lehmstrasse zu einer
Rutschbahn wurde und unsere Übernachtung aus Angst vor Blitz und Sturm zuerst
im Auto stattfand. Erst später trauten wir uns ins Zelt hoch. Lastwagenfahrer-Motels
stellten ansonsten die einzige Möglichkeit für eine Übernachtung dar... Doch
unser Zelt bot da weit mehr Komfort!!! Wir hatten eine erlebnisreiche Nacht
hinter uns und freuten uns auf ein gutes Hotel, etwas Schlaf und Sorglosigkeit
in Novosibirsk.
Wir erreichten die drittgrösste Stadt von Russland (nach Moskau und St.
Petersburg) bei 39 Grad und fanden dank Karins excellenter Reisevorbereitung
auf Anhieb ein tolles Hotel gegenüber dem grössten Bahnhof von Russland, und
das im 23igsten Stockwerk.
Von hier aus planten wir an einen Stausee (riesig) zu fahren... Dort wollten
wir campen und ENDLICH baden. Auf der Fahrt aus Novosibirsk raus verlor Urs an
Bremskraft!!!
Sofort war klar: ein Leck im Bremskreislauf. Weiterfahrt unmöglich. Wir
sprachen den ersten Fussgänger an. Wir sprachen nicht dieselbe Sprache und
dennoch schienen wir uns zu verstehen. "Ilya" organisierte uns einen
Abschleppwagen, eine Garage, wo Urs zwischen hundertausendfränkigen Porsches
und Bentleys mit viel russischem Mut und unserer Zuversicht wieder geflickt
werden konnte. Das defekte Teil konnte in ganz Russland nicht organisiert
werden, mindestens 3 Wochen Lieferfrist, also bastelten sie selber was, von
14.00 bis 21.00 Uhr! Ohne die Hilfe von Ilya, der uns am Abend nach seiner Arbeit
nochmals in der Garage besuchen kam und mit uns einen Spatziergang zum Fluss
auf den Rummelplatz gemacht hatte, wären wir ganz schön aufgeschmissen gewesen,
wir verdanken ihm viel... Er verliess uns mit einem Schweizer Sackmesser (Geld
wies er mit seinem sibierischen Stolz zurück, bis auf eine Einfrankenmünze als
Glücksbringer nach alter Tradition im Austausch mit 2 Rubel von ihm) und der
Adresse dieser Internet-Page. Ihm gebührt ein Ehrenplatz.
Wir kehrten zurück in dasselbe Hotel, welches wir am Morgen zu unserem
Badeausflug verlassen hatten und haben uns beide ein grosses Biva (Bier)
verdient :-)
Nachdem uns Mischa, unser "Backup-Mechaniker" aus der Schweiz
bestätigt hat, dass das funktionieren KANN, geben wir nicht auf und werden den
Badetag einziehen!
Bis bald, hoffentlich das nächste Mal ganz erholt vom Strand ;-)
Karin&Stephan
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