Die Zeit in Moskau beginnt mit einem schönen, aber teuren
Abendessen in der trendigen Space Bar im 36. Stock mit Blick aufs bunte
Lichtermeer der Stadt. Den Samstag haben wir genutzt, um Moskau kennen zu
lernen.
Die Metro ist ein beeindruckender Teil des Moskauer ÖV’s.
Nicht nur der berühmte, palastähnliche Ausbau der Stationen, auch der Fahrplan,
die Zugänglichkeit und Verständlichkeit (wenn man das kyrillische Alphabet
beherrscht) haben uns überzeugt. So haben wir mit Metro und zu Fuss den Kreml,
die Pokrovsky Cathedral und das am Roten Platz gelegene Wahrenhaus GUM besucht.
Im GUM sind wir auf „Brautjagd“ gegangen. Weil das Kaufhaus eine
optimale Kulisse für Hochzeitsfotos hergibt, lassen sich dort mehrere Dutzend
Brautpaare von ihren Fotografen ablichten – und wir haben diese „leicht“ gekünstelten
Arrangements gerne mitfotografiert. Nach dem Kreml sind wir im Regen zur Christi Erlöserkirche spaziert. Das
ist ein russisch-orthodoxer Prachtbau mit viel Marmor und Ikonen – und erst 20
Jahre alt. Die Kirche wurde nach der Sprengung durch Stalin wieder genau gleich
aufgebaut.
Von Moskau haben wir uns gebührend mit einem Foto vom Auto
samt dem Innerschweizer Tracht tragenden Portier und dem Gepäckträger verabschiedet.
Moskau – Vladimir
Am 29.6.2014 sind wir morgens mit dem Landy losgefahren. Die
Sonne lachte und wir sind frohgemut ins Abenteuer gestartet. Der erste
Tankstellenstopp verlief zufrieden stellend, am Ende war alles am richtigen
Platz, das Geld bei der Tankstelle, etwas Trinkgeld beim Tankpersonal und sogar
Benzin und kein Diesel im Tank. Keiner hat bei der Transaktion etwas
verstanden, aber wir haben uns amüsiert und haben uns gegenseitig mit
fröhlichem Winken verabschiedet. Bei unserer Mittagspause sind wir dann aus
Versehen zuerst in einer russischen Spiel- und Wetthöhle namens Café Aladdin
gelandet, bevor wir ein normales Restaurant erwischt haben.
Auf dem weiteren Weg erlebten wir unseren ersten 4 Kilometer
langer Baustellenstau auf der Hauptstrasse nach Vladimir. Man überholt rechts
auf dem Pannenstreifen, ebenfalls rechts von diesem und wenn man verwegen genug
ist, auch noch rechts der Strassenbeleuchtung. So wird aus einer zwei- eine
fünfspurige Strasse. Die youtube-Filme über den Russischen Verkehr haben sich
bestätigt und sind absolut nichts Aussergewöhnliches im russischen
Strassenverkehr.
Vladimir
Vladimir selber ist ein Lichtblick: ein schönes altes
Städtchen mit mehr als 300'000 Einwohnern. Es liegt auf einem Hügel und bietet
eine beeindruckende Aussicht auf das flache Umland. Touristisch ist es gut
ausgebaut und herausgeputzt. Hier glänzen golden die Kuppeln der vielen Kirchen.
Eine pompöse Reiterstatue auf Marmorsockel datiert von 2008 und auch das
Gebäude mit McDonalds, ein spätklassizistischer Bau, ist nicht älter als 10
Jahre. So auch unser Hotel. Was nicht alt ist wird alt gemacht. Das Besondere
an Vladimir ist für uns natürlich die Lage an einer der drei Linien der
Transsibirischen Eisenbahn. Eine riesige Dampflok als Denkmal beim wuchtigen
Bahnhof zeugt von früherer Zeit.
Suzdal
Einen Tag Zeit haben wir uns für einen Ausflug nach Suzdal
genommen. Das hat sich gelohnt. Suzdal ist UNESCO-Weltkulturerbe und trumpft auf
mit bunten Häusern, vielen, sehr vielen Kirchen, Klöstern und einem russischen „Ballenberg“-Museum
für Holzhäuser.
Folgende Begebenheiten werden uns in Erinnerung bleiben:
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Der erste Halt war zufällig ein Nonnenkloster. Die
nähere Umgebung wurde für ein Erinnerungsfoto mit Urs genutzt. Die im Bus
angereisten deutschen Pauschaltouristen waren vom Land Rover und vor allem von
der weiteren Reiseplanung höchst beeindruckt.
-
Fredy ereilt die Erkenntnis, eine russische Mütze zu
benötigen. Nach einigem Hin und Her ist die angenehme Grösse gefunden samt
rotem Stern vorne drauf.
-
Im Suzdaler Ballenberg gibt es Holzhäuser, Holzkirchen
und Holzmühlen zu sehen. Worin sich diese genau unterscheiden, blieb uns
indessen verborgen. Fredy durfte dort mit Unterstützung eines im russischen
Folklorelook gekleideten jungen Herrn seine eigene Kupfermünze mittels Hammerschlag
prägen. (Fredy brauchte 2 Versuche, bis es was geworden ist.)
-
An einem Kiosk vor dem Museum hat uns eine nette blonde
Russin Kwas degustieren lassen.. Kwas? Ein Getränk aus vergorenem Brot und
Honig. Eigentlich wollten wir nur etwas zu trinken kaufen und haben dann gleich
alle Sorten durchprobieren dürfen. Fredy war davon begeistert, hat zwei
Flaschen gekauft und eine getrunken. Der darin enthaltene Alkohol (ähnlich wie
ein Bier) bildete – wie sich später zeigte – eine entspannte Grundlage für die
Heimfahrt im russischen Verkehr.
-
Unter einer Laterne auf offenem Feld haben wir Fredys
Akkordeon-Kumpel Igor getroffen. Für ein paar Kopeken hat er eine noch viel
sentimentalere russische Weise gespielt, die er auch schon am Berliner
Hauptbahnhof vorgetragen haben will. Igor meinte „Deutsche, gute Leute“. Dabei
sind wir doch Schweizer, aber auch gut!!
-
Fredy hat wie immer entweder die Zigaretten oder das
Feuerzeug im Hotel liegen lassen. Hablü darf im Kiosk neue besorgen. Fredy
möchte auch plötzlich Beeren oder Honig am lokalen Markt kaufen. Nach einigem
Hin und Her ohne sich zu verstehen ergibt sich aus dem elektronischen Rechner
der Marktfrau, dass Hablü zufällig die richtige Note hingestreckt hat und
irrtümlich aufgrund des Redeschwalls davon ausgegangen ist, es sei entweder
zuwenig oder zuviel gewesen.
Aussicht vom Hotelzimmer
GUM Wer findet die Braut
Igor und die russische Weise
Metrostation
Roter Platz
Schade dass die nicht mehr läuft
Suzdaler Ballenberg
Suzdaler Kreml
Urs beim Nonnenkloster
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